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Philosphie von Gegenteil und Gleichheit

Alles oder Nichts – das ist hier die Frage. Auf den ersten Blick mag die Frage vielleicht regelrecht dumm erscheinen, aber ich erklär das ja noch. Ist Alles das gleiche wie Nichts, oder das Gegenteil? Klar, das Gegenteil, warum soll es das gleiche, bzw. genaugenommen das selbe sein, wenn es doch…ja, exakt das Gegenteil ist? Fangen wir mal ausholend an. Im Prinzip können wir uns mit Einstein einig sein, das Dunkelheit nur die Abwesenheit von Licht ist. Nimmst du einem Raum das Licht, ist es dunkel, du musst die Dunkelheit nicht erst hinzufügen. Umgedreht ist dann Licht nur die Abwesenheit von Dunkelheit. Ist in dem Fall ein schlechtes Beispiel, vielleicht geht es mit Emotionen besser: Angst ist die Abwesenheit von Mut. Wenn kein Mut da ist, hast du Angst. Mut ist die Abwesenheit von Angst, ist keine Angst da, bist du mutig. Stellt euch einen Strahl vor, wie einen Zeitstrahl, nur ohne Zeit. Einen Strahl eben. Alles ist nur die Abwesenheit von Nichts, und Nichts nur die Abwesenheit von Allem – noch relativ klar. Auf dem Strahl setzen wir jetzt einen Nullpunkt in die Mitte. Betrachten wir jetzt die Aussage „Nichts ist die Abwesenheit von allem“ ist „Nichts“ alles (sozusagen das [reell nicht erreichbare] Ende des Strahls, und dann wäre Alles=0. Wir müssen dem nichts mehr hinzufügen. Nimmt man alles Nichts weg, hat man Alles. Alles wäre also der Nullpunkt. Betrachten wir die Rückkehr-These „Alles ist die Abwesenheit von Nichts“. Dann wäre Alles am (reell nicht erreichbaren) Ende des Strahls in die rechte, positive Richtung, und auf einmal wäre Nichts am Nullpunkt. Nehmen wir alles Alles weg, müssen wir nix mehr hinzutun, um Nichts zu haben. Wenn ihr euch den Strahl jetzt anguckt, habt ihr beide Worte zweimal stehen: Am linken Ende „Nichts“, in der Mitte „Nichts“ und „Alles“ und am rechten Ende „Alles“. Wenn euch jetzt jemand die Aufgabe stellt, den Graphen zu analysieren…? >Alles ist gleichzeitig das Gegenteil und das selbe wie Nichts< Wie viel Punkte meint ihr, kriegt ihr darauf? Klingt ja irgendwie zu Paradox, um richtig zu sein. Ein pro-Beispiel dafür, dass es sich um das Gegenteil einander handelt wäre folgendes: Ein Korb mit 5 Äpfeln ist unser Alles –denn das ist der Korb voll. Nimmt man alle Äpfel (=Alles) aus dem Korb, bleibt er leer (=Nichts) zurück. Ein pro-Beispiel dafür, dass es das gleiche ist, wäre das neutralisierungsverfahren. Hier kann man z.B, an den Determinismus denken. Wenn alles nur eine unbeeinflussbare Kausalkette ist, dann ist es egal, ob ich sage „jeder hat Schuld, an seinen Fehlern, er konnte nur nicht anders, als Schuld zu haben“ oder ob ich behaupte „Niemand ist schuld, da man ja keine Wahl hatte“ Es ist zwar rein Wortdefinitionsgemäß das Gegenteil, aber prinzipiell das gleiche. Jeder hat gleichviel Schuld, die man damit aber als Nullpunkt setzen könnte, genauso hat jeder keine Schuld, was der gleiche Nullpunkt wäre. Wie sieht’s also aus? Ist Alles=Nichts oder Alles=/= Nichts?
2.12.14 15:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(2.12.14 18:55)
Sehr interessantes Thema! Aber ehrlich gesagt kann ich Deine Gedankengänge nicht ganz nachvollziehen. Vor allem deine Beispiele bereiten mir Kopfzerbrechen: Warum soll Licht nur die Abwesenheit von Dunkelheit sein? Dunkelheit mag zwar die Abwesenheit von Licht sein, aber Licht sind körperlose, magnetische Wellen. Licht kann hier doch nicht "Alles" symbolisieren. Es kann ja schließlich auch nur eine kleine Menge an Licht vorhanden sein. Licht ist ein Etwas, das in das Nichts eintritt, aber doch nicht alles. Denn wer sagt, dass es nicht noch mehr Licht oder gar etwas anderes als Licht geben könnte, das die Dunkelheit vertreiben könnte?
Ich kann zwar irgendwo verstehen, was du sagen willst, aber es überzeugt mich nicht ganz. Genauso dein 2. Beispiel: Mut ist doch nicht die Abwesenheit von Angst. Das würde ja heißen, wenn es absolut nichts zu befürchten gäbe, wäre jeder Mensch automatisch mutig. Oder hätte zumindest Mut. Und nicht nur ein wenig, sondern unendlichen Mut. Das könnte jetzt kitschig klingen, aber für mich ist Mut ganz klar die Fähigkeit, vorhandene Angst zu überwinden.
Und inwiefern beweist das Apfel-Beispiel, dass Alles gleich Nichts ist? Oder die Erklärung davor? Weil mich das Thema wirklich interessiert, würde ich Dich bitten, das noch mal Schritt für Schritt zu erläutern, sodass es auch die "Dummen" unter uns verstehen.
Danke schon mal im Voraus!

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