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Mein ganzes Mist-Leben unterfordert mich. An manchen Abenden bin ich müde, manchmal sogar erschöpft, manchmal wird mir der Stress zu viel, und ich hab kein Bock mehr auf alles, will einfach meine Ruhe. Aber das mittlerweile eher selten. Aber selbst wenn…Ich bin nie komplett ausgelastet. Ich hab angefangen Serien und Filme nur noch auf Englisch zugucken, und selbst Bücher les ich, wenn ich kann, auf Englisch, weil es auf Deutsch mittlerweile….naya, langweilig wird. Nicht wegen dem Inhalt des Buches, sondern weil mich das Lesen an sich nicht auslastet. Selbst Bücher mit gewissem intellektuellen Wert lassen sich lesen wie nix, wenn das Thema halbwegs interessant ist. Aber mittlerweile versteh ich Englisch so gut, dass das auch keine Herausforderung mehr ist. Ich kenn vielleicht nicht jedes Wort, oder versteh die arg genuschelten Sätze nicht, aber dem Inhalt und auch den meisten Details folge ich problemlos. Ich kann flüssiges Englisch aus dem Stehgreif, nur vom Hören, ohne Übung im Sprechen an sich. Heut in Mathe –was immer mein Problemfach war- saß ich da, und hatte die Aufgaben längst fertig, als die vorne grad mal mit Ansagen der Aufgabe durch war. Einen Fehler, den die Lehrerin an der Tafel gemacht hatte, hatte ich als einzige nicht im Heft, weil ich alles vor ihr stehen hatte, und nicht, wie alle andern, von der Tafel abgepinselt hatte. Selbst das Prinzip in Chemie hab ich verstanden, und Physik erklär ich regelmäßig meiner Banknachbarin. Meine 5er Fächer vom letzten Jahr. In Deutsch werd ich nich dran genommen mit der Begründung, „Dann bleibt den andern nichts mehr zum Sagen“ und die Reli Stunden sind eigentlich auch alle geschenkt. Ich schreib innerhalb von 5 Minuten neue Songs, näh ohne weiter Anleitung kleinere, komplexe Dinge, hab mir selber Klavierspielen beigebracht, meine Psychologin wiederholt regelmäßig, wie sehr sie sich immer auf die Stunden mit mir freut, weil unsere Gespräche sie immer wieder herausfordern, nicht auf der „wie lös ich das Problem“ Basis, sondern eher auf der Basis des Niveaus des Denkens, und nein, sie ist nicht dumm. Leute in meinem Alter denken wie ich vor vielleicht 2,3 Jahren, nur nicht so depressiv, ich könnt alleine den Haushalt schmeißen, beschäftige mich in meiner Freizeit mit Gravitation und dem Higgs-Teilchen, Lese ein über 400 Seiten dickes Buch an 2-3 Tagen, diskutiere mit 27 jährigen über komplexe philosophische Fragen und bekomm am Ende gesagt, wie cool es ist, sich mit jemand mal auf angemessenem Niveau zu unterhalten und zu diskutieren, ich hab ein neues Schulsystem entwickelt, auch wenn es bestimmt noch nicht Fehlerlos ist, beantworte mir aus dem Nichts heraus Fragen, die sich andere nicht einmal stellen. In Bio erklär ich der Klasse, warum das Risiko einer Behinderung des Kindes bei einem Geschwisterpaar als Eltern höher ist, als normalerweise, was tatsächlich niemand anderes zu wissen schien, ich aber iwi schon gefühlte Ewigkeiten in meinem Kopf hab. Im Krankenhaus hab ich immer alles 3 Mal in Verschiedenen Art und Weisen sagen müssen, weil ich es nicht geschafft hab, mich auf Anhieb einfach genug für meine Mitpatienten auszudrücken, und jedes 3. Wort definieren musste. Ich versteh das bewusste und unterbewusste Denken meinerseits und meiner Mitmenschen besser, als sie selbst und erklär ihnen, was sie eigentlich wollen. Alles in allem alles niedliche, kleine Spielereien, mit denen ich meine Psyche heraus belege. Aber eine e c h t e Herausforderung, die hatte ich schon eine ganze Weile nicht mehr. Und die bräuchte ich eigentlich jeden Tag. Etwas komplexes, an dem ich arbeiten kann, wo ich Fortschritte sehe, aber das nicht in ein paar Minuten, Tagen oder ein, zwei Wochen abgehakt ist. Etwas, bei dem ich lerne, das auf meine doch recht hohe Lernfähigkeit angepasst ist, und bei dem ich besser werden kann, soll, und muss. Und nein, ich bin nicht arrogant, und ich halte mich auch nicht für etwas Besseres. Nur intelligenter. Das sagt weder über den Wert des Menschen noch sonst etwas aus. Ich bin nicht besser, als du, oder jeder andere. Im Gegenteil. Wohl eher nicht.
24.11.14 23:11


Nicht alles, was besser ist, ist einfacher -aber besser

Es ist alles so anders als früher. So viele Dinge, die sich nicht wirklich verändert haben, aber alles andere als gleich sind. Ich hab eine Welt verloren, in der ich jeden Tag gelebt habe, und mich vor der Realität versteckt hab. Probleme, mit denen man sich nicht beschäftigen musste, weil es genug Dinge gab, über die man nachdenken musste, und die man nicht loslassen konnte. Es war einiges einfacher, wenn einem alle und alles egal war. Wenn man nicht bemerkt hat, dass man andere verletzt hat, weil man unantastbar und nicht zu erreichen war, wenn man sich selbst die Schuld geben konnte, weil man sich gehasst hat. Es war einfach, sich selbst zu verletzen, sobald man mit irgendetwas nicht klar kam und überfordert war. Aber was machst du, wenn du dich nicht mehr selbstverletzen willst? Was tut man dann, wenn man irgendetwas nicht begreift oder mit etwas nicht umgehen kann? Wenn man sich auf einmal nicht mehr selbstbestrafen kann, weil man sich gar nicht mehr hasst. Wenn du auf einmal akzeptieren musst, dass die Menschen dich tatsächlich mögen, und dich hinter deinen Rücken nicht jeder hasst. Was tu ich, wenn ich auf einmal vor einer Zukunft stehe, und da Probleme wie Studium und Studienplatz und –Ort sind. Wenn es plötzlich Dinge gibt, zwischen denen man sich entscheiden muss, und nicht beides schlecht, sondern beides gut ist. Wenn du lernen musst, Tatsachen wieder zu vertrauen. Es ist so schwer, Dinge als gegeben an zu nehmen, zu akzeptieren, dass etwas funktioniert, so wie du es dir vorgestellt hast. Da ist ständig noch eine kleine Angst, die dir zuraunt „das kann gar nicht klappen, es klappt doch nie etwas“. Es ist alles so kompliziert, wenn es wieder einen Weg gibt, und wenn es wieder Licht gibt, und man die ganze Welt um sich herum sieht. Wenn es nicht mehr so dunkel ist, dass du nichts siehst, und nur panisch nach den Wänden tastest, sie nicht findest und fällst. Wenn es keinen Grund mehr gibt, auf den Knien zu weinen, sondern wenn du einfach stehst, und keiner mehr da ist, der dich nach unten zieht. Es ist nicht alles einfacher, nur weil es besser ist. Aber es ist trotzdem besser. Ich muss nochmal ein ganzes Stück weiter vorne anfangen als dort, wo ich aufgehört habe. Aber das ist okay. Ich muss nur lernen, bei Licht zu gehen.
16.11.14 18:28


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